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	<title>BLANK - Face your magazine &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>Gesellschaft, Diskurs, Disko</description>
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		<title>Hipster Cup 2014</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jul 2014 07:56:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[johannes]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hipster…sie sind scheinbar überall, scheinbar ist nahezu jeder in Berlin einer, scheinbar mag sie aber keiner. Ziemlich paradoxe Kombination von Fakten. Ich habe bis heute noch nicht ganz richtig verstanden, was ein Hipster ist. Scheint eine Mischung aus bestimmten modischen Accessoires (Mate-Flasche, Bart, Fensterglasbrille, Beutel) und einer recht gesinnungslosen, trendorientierten Langweiler-Attitude zu sein. Ich glaub [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class=" wp-image-2062 alignleft" alt="10460449_489452241200462_2789217045473183368_n" src="http://www.blank-magazin.de/wp/wp-content/uploads/2014/07/10460449_489452241200462_2789217045473183368_n-550x550.png" width="330" height="330" />Hipster…sie sind scheinbar überall, scheinbar ist nahezu jeder in Berlin einer, scheinbar mag sie aber keiner. Ziemlich paradoxe Kombination von Fakten. Ich habe bis heute noch nicht ganz richtig verstanden, was ein Hipster ist. Scheint eine Mischung aus bestimmten modischen Accessoires (Mate-Flasche, Bart, Fensterglasbrille, Beutel) und einer recht gesinnungslosen, trendorientierten Langweiler-Attitude zu sein. Ich glaub früher hätte man das einfach Pseudocool genannt. Heute kommt Mode dazu. Ich weiß nicht, ich bin irritiert, ich muss noch viel lernen!</p>
<p><span id="more-2061"></span></p>
<p>Eins ist jedoch auch klar: entweder die Leute behaupten nur Hipster nicht zu mögen oder aber sie sehen ihnen nur gerne zu, wie sie sich zum Affen machen. Der Hipster Cup ist nämlich quasi die Olympiade für Hipster. Sie findet bereits zum 4. Mal statt. Doch hier die nächste Irritation: ich bildete mir ein, ein Hipstermerkmal sei es auch, seinen Körper so zu stählen, bis er aussieht, als hätte man ihn noch nie benutzt. Frisch ausgepackt sozusagen. Quasi eine noch jungfräuliche körperkoordinations- und muskelfreie Tabula Rasa zu sein. Seis drum, an sich macht das Konzept Sinn: wenn es viele Hipster gibt, ist es nur fair, sie ausloten zu lassen, wer der Beste ist…was auch immer das in diesem Fall heißt. Wir werden sehen.</p>
<p>Ich glaube, eine Olympiade können weder Raver, HipHopper oder sonst eine Kategorie von Mikrokosmen aufweisen. Eine Veranstaltung von Hipstern für Hipster oder doch eine Art Zoo? Es gilt, sich selbst zu vergewissern. Es gilt Hipstern bei der Bewältigung von Disziplinen wie iPhoneWeitwurf, Skinny-Jeans-Tauziehen, Jutebeutel-Sackhüpfen usw. zuzusehen. Es gilt sich von den Klängen der musikalischen Acts wie Format B, Turmspringer, Kotelett&amp;Zadak uvm. umschmeicheln zu lassen. Es gilt weiterhin, sich an free Tattoos, Designmarkt, den feilgebotenen Leckereien, Urban Art Clash zu ergötzen. Und schlußendlich gilt es, sich von den hirnverdrehenden Ergüssen von The Weird optisch berauschen zu lassen. Um all das bewerkstelligen zu können, gilt es, den Anstand fahren zu lassen und viel Zeit und gute Laune mitzubringen….wahlweise auch Tomaten und faule Eier…je nachdem, welche Motivation einen zum Cup treibt. Meine sind investigativer Natur: Eventuell wird ja Licht in das Dunkel des Mysteriums Hipster gebracht. Ich seh mich schon im Busch hocken und in Tierdoku-Manier Beobachtungen in mein Bier brubbeln…National Geographic lässt grüßen…</p>
<p>26.7., HipsterCup, Malzfabrik, Beginn 12 Uhr</p>
<p>Infos und Tickets zum Event gibt es <a href="http://www.hipstercup.com/" target="_blank">hier</a></p>
<p><i>(YB)</i></p>
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		<title>Dinge &amp; Angelegenheiten. Die neue Kolumne von Stephan Urbach. Heute: Fensterrentner</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2014 20:49:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[johannes]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Fensterrentner]]></category>
		<category><![CDATA[Stephan Urbach]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist so weit, ich bekomme Platz im BLANK Magazin für eine Kolumne. Ich bin nicht witzig oder besonders tiefsinnig. Ich habe keine Ahnung von Popkultur oder Musik. Ich bin 33 Jahre alt und habe blaue Haare während ich meinem normalen Beruf nachgehe. Ich rege mich zu viel auf und habe bestimmt Bluthochdruck. Ich habe [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<img class="size-medium wp-image-2026" alt="by Lukas Martini" src="http://www.blank-magazin.de/wp/wp-content/uploads/2014/06/stephan-550x366.jpg" width="550" height="366" />
<p><strong>Es ist so weit, ich bekomme Platz im BLANK Magazin für eine Kolumne. Ich bin nicht witzig oder besonders tiefsinnig. Ich habe keine Ahnung von Popkultur oder Musik. Ich bin 33 Jahre alt und habe blaue Haare während ich meinem normalen Beruf nachgehe. Ich rege mich zu viel auf und habe bestimmt Bluthochdruck. Ich habe für fast alles kein Verständnis. Mein psychologisches Alter ist 80 und wenn ich mal wirklich so alt bin, möchte ich Fensterrentner werden. Ich werde nicht über Berlin schreiben, denn ich komme vom Land und habe keine Ahnung von der Großstadt. Ich bin also offensichtlich völlig normal und ich schreibe über Dinge, die mich interessieren und Angelegenheiten, die mich nichts angehen.</strong></p>
<p>Den Berufswunsch Fensterrentner habe ich von einem meiner Freunde. Jonas ist der beste Fensterrentner, den ich kenne. Unter 35, wohnhaft im Erdgeschoss. Eine Studierenden-WG mit im Haus, die sich gerne im Garten aufhält. Ideale Vorraussetzungen, um sich in Unverständnis zu ergehen. Stellt euch vor, Jonas sitze zu Hause und will nur seine Ruhe haben und plötzlich sind da ein paar junge Menschen im Garten, die Popmusik hören, Becks Lime trinken und Frisbee spielen. Um da Feindbild zu vervollständigen tragen sie auch noch den Kragen des Poloshirts hoch gestellt. Die Popmusik dringt durch das offene Fenster (denn bei Jonas ist es warm und er muss es zumindest kippen) und Jonas, ja Jonas, weiß was zu tun ist: Techno. Laut. am besten aus den späten 90ern. Musik, die wir damals hörten, nachdem wir Drogen genommen hatten. Dazu steht er im Bademantel in Shorts auf der Terrasse und fuchtelt mit dem imaginären Krückstock. Sollte die Frisbee bei ihm landen ich bin mir sicher, er wird sie fangen und einfach nicht mehr herausgeben. Die jungen Leute sollen ihn halt mit ihrem Kram in Ruhe lassen. Ich würde an seiner Stelle genauso handeln, würde schimpfend am Fenster stehen und Menschen verscheuchen. Jonas und ich haben ausgemacht, dass ich ihn irgendwann besuche und wir dann beide im Bademantel auf der Terrasse stehen und mit dem Krückstock fuchteln, wenn die Jugendlichen mal wieder im Garten sind, ihre Kragen hochstellen und Popmusik aus dem Radio hören.</p>
<p>Und manchmal, wenn ich auf meiner Couch sitze und Kaffee trinken, unglaublich viel Zigaretten in meine Lunge pumpe und so tue, als würde ich messerscharf nachdenken, dann dämmert es mir: Ich bin alt. Ich bin verdammt alt. ich bin mindestens so alt wie mein Großvater und meine Großmutter zusammen. Ich habe weniger Verständnis als die beiden. Für alles. Ich habe kein Verständnis für Falschparker, für Gartenzwerghasser oder dafür, wenn Menschen ihren Kragen hochstellen. Ich verstehe die „jungen“ Leute nicht, die oft nur zwei, drei Jahre jünger sind als ich. Ihre Musik, ihren Kleidungsstil ihren Filmgeschmack. Dann dämmert es mir. Nicht sie sind das Problem. Ich bin es. Ich bin in alternativen Subkulturen groß geworden. Mit den Punks, den Grufits und bei den Pen&amp;Paper-Rollenspielern. Bei Geeks und Nerds. Ich habe mich nie für den Mainstream interessiert. Ich habe es mir in meiner Nische gemütlich gemacht, damals in den 90ern. So sehr, dass ich immer noch darin stecke. „Früher (damit meine ich ich 1995 bis 1998) war alles besser“ könnte von mir stammen und dann erwische ich mich dabei, wie ich genau das sage. Ich bin nicht besser als die Reaktion, die ich ja so verachte.</p>
<p>Mir fehlt die geistige Flexibilität, einfach mal an zu erkennen, dass Menschen sich heute anders kleiden, anders sprechen und Subkulturen sich auch verändern. Nur weil es „meine“ ist, heißt dass nicht, dass sie sich nicht verändern darf. Manchmal passt mir eine Änderung nicht aber ist auch mein Problem &#8211; ich kann mich darüber aufregen oder es verdammt noch mal akzeptieren, dass Gruftimusik oder auch Punk heute anders klingen als damals, dass sich Inhalte verschieben und nicht mehr die „wahre reine Lehre“ gelebt wird. Den heute ist sie eh anders als damals und verdammt noch mal Stephan, du bist keine 16 mehr und musst dich wirklich nicht darüber definieren, was in den 90ern passiert ist!</p>
<p>Ich bin 34 und manchmal dann doch schon 80. Ich werde das ändern. Gleich, nachdem ich vom Fenster weg bin und mein Kissen verstaut habe. Dann werde ich das Fenster schließen, den Baum ansehen und mich fragen, mit wem ich da im stillen Hinterhof eigentlich die ganze Zeit geschimpft habe. Vermutlich mit mir.</p>
<p>Photo: Lukas Martini</p>
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		<title>Krautreporter &#8211; Aller Anfang ist schwer</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jun 2014 16:22:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[johannes]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Hanna Hünniger]]></category>
		<category><![CDATA[Krautreporter]]></category>
		<category><![CDATA[Tilo Jung]]></category>

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		<description><![CDATA[Viel haben sie vor. Das ist immer so wenn sich Menschen zusammenfinden und sich in Aufbruchstimmung begeben. In dem Fall sind es mehr als zwanzig mehr oder weniger junge JournalistInnen und AutorInnen, die sich zusammengefunden haben um eine Plattform zu zimmern, auf der sie Freiheiten, Möglichketen und Mittel haben, die der klassiche Print-Journalismus in der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<img class="alignnone size-medium wp-image-2018" alt="krautreporter" src="http://www.blank-magazin.de/wp/wp-content/uploads/2014/06/krautreporter-550x183.jpg" width="550" height="183" />
<p><a href="http://blog.krautreporter.de/vorschau/" title="Viel">Viel</a> haben sie vor. Das ist immer so wenn sich Menschen zusammenfinden und sich in Aufbruchstimmung begeben. In dem Fall sind es mehr als zwanzig mehr oder weniger junge JournalistInnen und AutorInnen, die sich zusammengefunden haben um eine Plattform zu zimmern, auf der sie Freiheiten, Möglichketen und Mittel haben, die der klassiche Print-Journalismus in der Form nicht mehr bietet bzw. einer neuen Generation vorenthält. </p>
<p>Sechzig Euro soll das Jahresabo kosten und damit der Zugang zu exklusiven Geschichten, Reportagen, Berichten und anderen journalistischen Textformen und -formaten. Vergessen wir nicht, wir befinden uns am Anfang. Was genau passiert, wie sich Dinge entwickeln, <em>who knows</em>. Doch während alle etablierten Medien, Medienmenschen und Beteiligten seit Ewigkeiten über kostenpflichtige, digitale journalistische Inhalte diskutieren, gehen die Krautreporter wenigstens mal ein paar Schritte in diese Richtung. Nicht frei von Fehlern, mit großer Angriffsfläche und Mut zum Risiko (denn Scheitern ist auch hier eine legitime Option). Der Neid ist Ihnen sicher, aber Neid und Reflexbisse sind ja digitaler Zeitgeist. Lobo findet es nicht so gut. Schirrmacher findet es gut. Auf Twitter wird aufgrund fehlenden Autorenanteils mit Migrationshintergrund der Krautreporter zum Kartoffelreporter und auch Feministinnen bemängeln den geringen Anteil weiblicher Beteiligung. Aber das entspricht einer mittlerweilen schon fast klassischen Aufgabenverteilung. </p>
<p>Wir finden, Krautreporter sollten unterstützt werden. Man muss sich nicht mit jedem einzelnen Krautreporter identifizieren. Man muss nicht alle Beteiligten mögen. Aber man kann sich mit auf den Weg machen, neue Wege zu finden, wie Geschichten erzählt werden können, ausführlich recherchiert, unabhängig in Haltung und Anspruch und über ein Medium kommuniziert, das eigentlich noch genaus so jung ist wie die Krautreporter selbst.</p>
<p>Alle Infos zum Magazin <strong>Die Krautreporter</strong>, zum aktuellen Stand des Crowdfundings (läuft bis zum 9. Juli) und wie ihr Euer Geld dafür loswerden könnt oder jemandem ein Abo schenkt, findet ihr <a href="https://krautreporter.de/das-magazin" title="Hier">hier.</a></p>
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		<title>&#8220;Deutsche Arbeiter!&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 23 May 2014 09:27:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[johannes]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Emess ist eine coole Sau. Das zu sagen, fällt mir nicht schwer. Erstens hatte ich das Privileg, ihn persönlich kennenzulernen. Zweitens, und das spielt eine viel größere Rolle, kannte ich ihn schon vorher durch seine Kunstwerke. Die ersten Dinge, die ich erspähte und ihm zuordnen konnte, waren Schablonen. Gepixelte Gesichter und Soldaten, die sich abseilen. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center"><img class="size-medium wp-image-1985 aligncenter" alt="DAEA-112" src="http://www.blank-magazin.de/wp/wp-content/uploads/2014/05/DAEA-112-550x780.jpg" width="550" height="780" /></p>
<p><strong>Emess</strong> ist eine coole Sau. Das zu sagen, fällt mir nicht schwer. Erstens hatte ich das Privileg, ihn persönlich kennenzulernen. Zweitens, und das spielt eine viel größere Rolle, kannte ich ihn schon vorher durch seine Kunstwerke. Die ersten Dinge, die ich erspähte und ihm zuordnen konnte, waren Schablonen. Gepixelte Gesichter und Soldaten, die sich abseilen. Es folgten diverse gleichermaßen liebenswerte, wie kritische öffentliche Installationen: pinke Spielplätze, die nicht zum spielen gedacht sind, verkehrtherum gekreuzigte, lebensgroße Jesusfiguren, Melodien spielende Vogelhäuschen mit Windrad. Alles Grandios!</p>
<p><span id="more-1979"></span></p>
<p>Emess Hauptaugenmerk liegt jedoch immer noch auf der Schablone: er entleiht Bildnisse bekannter Persönlichkeiten von handelsüblichen Geldscheinen, bringt diese an die Wand und/oder stellt sie mittels poppigem Overlayering in einen neuen Kontext zueinander und zu sich selbst. So stehen sich Che Guevara und JFK sowie Nelson Mandela und Muhammar Gaddhafi gegenüber. Man begreift wie schnell sich die Grenze zwischen Rebell und Tyrann, zwischen Staatsmann und Terrorist verschiebt, und vor allem wie sehr diese Wahrnehmung abhängig vom jeweiligen kulturellen Blickwinkel und der aktuellen politischen Lage ist. &#8220;Deutsche Arbeiter!&#8221; nimmt Bezug auf die fremdenfeindliche Propaganda des Dritten Reichs. Dies geschieht in Anlehnung an die politischen Plakate Klaus Staeks und thematisiert die Veränderung nationaler Identität durch einen sich immer stärker globalisierenden Arbeitsmarkt.</p>
<p>Ein weiterer Teil der Ausstellung sind aktuelle Arbeiten aus dem öffentlichen Raum, deren Transformation in den Galerie-Space mittels einer begehbaren, bühnenhaften Rauminstallation geschaffen wird. Der an Jules Verne erinnernde mechanisch-nostalgische Retro-Futurismus dieser Arbeitsserie ist als humorvoll-ästhetische Betrachtung alltagstechnischer Entwicklungen der Gegenwart zu sehen. Emess entwirft die Vision einer dystopischen Zukunft, deren überambitionierter Erfindergeist zuweilen absurde Blüten treibt.</p>
<p>Emess &#8220;Deutsche Arbeiter!&#8221;, ATM Gallery, Eylauerstr 13, 9.Juni &#8211; 1.August 2014<b><br />
</b></p>
<p><b>Eröffnung: Freitag, 6.Juni 2014, ab 19:00 Uhr </b>(Live: die &#8220;kleine&#8221; Bigband der RADIOSHOW vom RBB, die Ex-Show Kapelle der Kurt-Krömer Show und das menschgewordene KIKAninchen: Udo Schöbel, Michael Deak und ZAM Johnson sind der miniBEATclub!)</p>
<p>(YB)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center"><img class="size-medium wp-image-1983 aligncenter" alt="DAEA-035" src="http://www.blank-magazin.de/wp/wp-content/uploads/2014/05/DAEA-035-550x780.jpg" width="550" height="780" /></p>
<p style="text-align: center"><img class="size-medium wp-image-1984 aligncenter" alt="DAEA-101" src="http://www.blank-magazin.de/wp/wp-content/uploads/2014/05/DAEA-101-550x780.jpg" width="550" height="780" /></p>
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		</item>
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		<title>Twitter ist orange.</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Apr 2014 15:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[johannes]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[„Was genau geht da schon wieder vor sich?“ So oder so ähnlich, muss es den durchschnittlichen Twitteruser_innen gehen, wenn wiedereinmal irgendetwas durch ihre Timeline huscht, was ganz schrecklich dramatisch klingt und mit der Piratenpartei zusammenhängen zu scheint. Meist zu erkennen an entsprechender Verschlagwortung, in den meisten Fällen durchaus humorig, wenn denn überhaupt verständlich. So steht [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Was genau geht da schon wieder vor sich?“ So oder so ähnlich, muss es den durchschnittlichen Twitteruser_innen gehen, wenn wiedereinmal irgendetwas durch ihre Timeline huscht, was ganz schrecklich dramatisch klingt und mit der Piratenpartei zusammenhängen zu scheint. Meist zu erkennen an entsprechender Verschlagwortung, in den meisten Fällen durchaus humorig, wenn denn überhaupt verständlich. So steht das Hashtag #bongs für den zweiten Piratenparteitag in Bochum 2012. Die Herleitung dazu gestaltete sich folgendermaßen: Im Frühjahr 2011 gab es einen Parteitag in dem beschaulichen Städtchen Heidenheim in Baden-Württemberg. Unter dem Druck von 140 Zeichen und dem digital-bourgeoisen Bedürfnis sich über Kleinstädte zu belustigen wurde das Hashtag #dings geboren. Der Parteitag 2010 in Bingen wurde nachträglich mit #bings versehen. Beim zweiten Parteitag 2011 in Offenbach wurde das Hashtag #offenbings etabliert. #neubings steht für den Parteitag in Neumünster zu Beginn 2012. Schließlich #bongs für den Parteitag 2012 in Bochum. Meme, also kulturelle Sinneinheiten, verändern sich nach evolutionären Kriterien. Sie mutieren, werden selektiert und variiert. Macht es für Außenstehende jedoch nicht leichter ihnen zu folgen.</p>
<p>Und auch wenn die Tweetflut an Parteitagen der orangenen Problempartei, wie twitterfreudige Nicht-Mitglieder sie auch mal zu nennen pflegen, besonders dramatisch ist: Das deutsche Twitter ist das ganze Jahr von Piratenmitgliedern dominiert, die das Parteigeschehen kommentieren, meistens so, dass nicht-Parteimitglieder kaum verstehen können, was da eigentlich kommentiert wird. Twitter ist Teil der Parteifolklore und alle müssen zuschauen oder mitmachen. Oder sind zumindest gezwungen es zu ignorieren. Doch wie konnte das passieren?<span id="more-1943"></span></p>
<p>Die Geburtstunde der US-amerikanischen Twittercommunity war wohl der Wahlkampf 2008, in dem Obama soziale Medien effektiv nutzte, die Geburtstunde in Türkei dagegen war wahrscheinlich die Protest rund um den Gezi-Park. Und in Deutschland? Ja. Irgendwie die Piratenpartei. Denn mit dem rasanten Mitgliederzuwachs der Partei 2009 wurde das Medium Twitter schnell zum praktischen Kommunikationswerkzeug für schnelle, unkomplizierte und effektive Vernetzung und Verbreitung. Und während Twitter in Deutschland sehr lange noch recht unbekannt war, vereinnahmte die Piratenpartei das Medium schneller, als den meisten anderen Nutzer_innen, besonders von anderen Parteien, lieb war. Die Grenzen zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Interna sind dabei verschwommen, viele Parteimitglieder merken nur bedingt, dass sie sich in einem öffentlichen Raum bewegen. Twitter ist auch ein Stammtisch für die Partei.</p>
<p>Und so ist es immer der gleiche Ablauf: Etwas mehr oder minder wichtiges passiert in den Reihen der Piratenpartei. Mitglieder empören sich. Über den Bundesvorstand, eine der Landtagsfraktionen oder einzelne Mitglieder, die im Alleingang die Ideale der ganzen Partei verraten haben sollen. Mit einem Tweet. Einem Satz. Einem Blick. Die Empörung ist meist verbunden mit drastischer Wortwahl, gerne unter der Gürtellinie. Die Debatte ist dann plötzlich da. Und manchmal geht sie über Monate.</p>
<p>Internethumor und -empörung ist sowieso meist äußerst drastisch. Und die Piratenpartei ist wohl die erste Partei, die ihre innerparteilichen Probleme von Beginn an in Form von Internethumor verarbeitet hat. Schon länger ist es Tradition aus jedem noch so unwichtigen Vorgang ein so genanntes -gate zu produzieren. (Übrigens der <a href="http://www.anglizismusdesjahres.de/anglizismen-des-jahres/adj-2013/">Anglizismus des Jahres 2013</a>) <a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/spd-will-piraten-an-die-kurzen-hosen-article1483539.html">#hosengate</a> <a href="https://netzpolitik.org/2011/piratenpartei-server-auf-polizeiliche-anweisung-offline/">#servergate</a></p>
<p>Insiderwitze treffen auf die eh schon sehr insiderlastige Internetkultur. Für nicht allzu technikaffine Interessierte muss das eine veritable Hölle sein. Die meisten institutionalisierten Medien scheren sich kaum noch um die sich verschachtelnden Skandälchen, deren Entzifferung bisher immer nur mäßig gelang. Nun wirken sie erschöpft. Ausgelaugt von dem Versuch der Selbstbeschäftigung und Selbstverballhornung zu folgen, zu distinguieren.</p>
<p>Mit dem Bedeutungsverlust der Piratenpartei im medialen Zirkus, dem Mainstreaming von Twitter und Hashtagaktionen wie #aufschrei, die den Kurznachrichtendienst zu einer aktivistischen Plattform jenseits von Parteien etabliert haben, ist die Dominanz der Piraten in der deutschen Twittergemeinschaft zurück gegangen. Dennoch sind die Reste noch deutlich spürbar. Twitter ist bis heute von den Umtrieben der Piratenpartei klar dominiert. Und auch wenn es im kurznachrichtlichen Piratenwasser viele orangefreie Blasen gibt &#8211; wenn die Piraten etwas richtig erregt, dann ist Twitter zutiefst orange. Über Tage. Über Monate. #bombergate ist dafür das wohl deutlichste und jüngste Beispiel. Seit Mitte Februar 2014 zerlegt sich die Piratenpartei auf Twitter, überschlägt sich. Womit ist dabei eher zweitrangig, denn ein Hashtag folgt dem nächsten, Nicht-Parteimitglieder werden mehr oder minder zwangsläufig mit Pirat_innen konfrontiert, von ihnen vereinnahmt, greifen Aspekte des mobilen Circus Maximus humorig auf, kommentieren kryptisch, heizen die köchelnde orange Suppe an. Ein Stammtisch bleibt ein Stammtisch. Ein Stammtisch, auf dem einige wenige versuchen sowas wie seriöse Politik zu machen und wo nie ganz klar ist, wer da eigentlich welche Motivation hat sich an dem orange gefärbten Gemenge zu beteiligen. Was nicht immer unbedingt hilfreich ist, um potentielle Wähler_innen zu gewinnen. Denn wer möchte schon zusehen, wie sich gewählte Vertreter_innen über Kartoffelsalat, Landesschiedsgerichtsurteile oder irgendwas, was absolut nicht verständlich ist, selbst für Parteimitglieder, streiten?</p>
<p>Zunehmend wird eine Existenz auf Twitter auch ohne Piraten möglich, Twitter mehr und mehr Alltag für verschiedene Menschen, jenseits der orangenen Kleinpartei. Das Auftauchen der AfD, die sich gefühlt aus hartnäckigen Foren- und Blogkommentatoren und frustrierten Piraten zusammensetzt, hat den Fokus von den streitenden Piraten zu streitenden Ultrakonservativen verschoben. Und auch die Grünen haben mehr und mehr von Medien aufgegriffenen Twitterstreitigkeiten. Nicht zuletzt sorgt eine zunehmend bessere Organisation der Filtersouveränität durch Mute-, Listen- und Blockfunktionen dafür, dass die orange Welle immer mehr abschwächt werden kann.</p>
<p>Twitter ist außerdem zunehmend Realität für Politiker_innen. Was in den USA schon lange der Fall ist, hat sich in den letzten zwei Jahren auch in Deutschland gezeigt: Twitter ist ein politisches Medium, wo nicht nur über Politik geredet wird, sondern auch Politik gemacht wird. Die Piraten haben das von Anfang so betrieben – mit allen Konsequenzen. Und auch wenn die Piraten ihren Stammtisch Twitter mittlerweile teilen müssen, wurde Twitter von den Streitigkeiten und Aktionen der Piraten lange komplett dominiert und beim Wachsen begleitet. Und vielleicht erklärt das auch eine ganze Menge kryptischer Tweets. Auch wenn es eigentlich nicht wichtig ist. #ausgruenden</p>
<p><em>Von Julia Schramm</em></p>
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		<title>Geklärt, wer fährt?</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Feb 2014 19:20:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[celebacy]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Geklärt, wer fährt? Nein? Dann wird es höchste Zeit: Jedes Jahr ereignen sich 40.000, bei denen Alkohol mit am Lenkrad saß, viele davon mit tödlichem Ausgang. Beim weltweit größten Bierproduzenten Anheuser Busch-InBev steht die Frage &#8220;Geklärt, wer fährt?&#8221; im Mittelpunkt ihrer gleichnamigen Botschafterkampagne. Das Ziel: 0,0 Promille für den, der die Posse wieder heim kutschiert.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Geklärt, wer fährt? Nein? Dann wird es höchste Zeit: Jedes Jahr ereignen sich 40.000, bei denen Alkohol mit am Lenkrad saß, viele davon mit tödlichem Ausgang. Beim weltweit größten Bierproduzenten Anheuser Busch-InBev steht die Frage &#8220;Geklärt, wer fährt?&#8221; im Mittelpunkt ihrer gleichnamigen Botschafterkampagne. Das Ziel: 0,0 Promille für den, der die Posse wieder heim kutschiert.</p>
<a href="#" data-accordion-group="1911" class="accordion-title">Weiter <img class="weiter-icon" width="15" height="10" alt="weiter lesen" src="http://www.blank-magazin.de/wp/wp-content/themes/blank/images/btn_lesen.png"></a><div class="accordion-content">
<p>Das Spannende: Statt die Zielgruppe mit einer weiteren &#8220;Don´t drink and drive&#8221;-Großplakatierung zu langweilen, setzt der Konzern lieber auf Aufklärung durch die authentischsten Testimonials, die eine Botschaft haben kann: Anstatt von oben herab zu belehren, werden die besonders anfälligen und gefährdeten 18 bis 25 Jahre alten Feierwütigen in Workshops von Gleichaltrigen über die Gefahren aufgeklärt. Botschafter mit dem gleichen Horizont, der gleichen Sprache, den gleichen Erfahrungen &#8211; näher dran, glaubwürdiger und effektiver kann keine Kampagne sein. Und die Aktion kommt an: Startete das Programm 2010 noch mit 20 jungen Botschaftern, sind seit 2011 jeweils 100 von ihnen im Einsatz, um &#8220;Geklärt, wer fährt?&#8221; fest in die Vorbereitungen für einen gelungenen, ausgelassenen Abend zu integrieren.</p>
<p>2014 wird die Botschafter-Kampagne nun noch einmal auf ein neues Level gehoben: Unter den zehn Botschaftern mit den meisten Workshops wird ein BMW 1er verlost, dazu werden die Ehrenamtler mit der besonderen Mission für ihr Engagement und erreichte Zwischenziele mit &#8220;Money Can´t Buy&#8221;-Prämien belohnt: Tickets für ausverkaufte Events, Meet &amp; Greets mit Künstlern, VIP-Eventtrips und Einkaufsgutscheine. Um noch mehr verantwortungsvollen jungen Menschen das Mitmachen zu erleichtern, wurde inzwischen die Webseite www.geklaert-wer-faehrt.de an den Start gebracht &#8211; und anUser-Bedürfnisse und Surfgewohnheiten angepasst. Wer dabei sein will, findet hier alle Infos zu &#8220;Geklärt, wer fährt&#8221; &#8211; und kann sich schlau machen, wie er sich als Botschafter für 0,0 Promille bewerben kann. Der Erfolg der Aktion ist gewaltig: Nach 8 Wochen mehr als 1 Million Zugriffe und sage und schreibe 3.000 Bewerbungen. Und es werden immer mehr&#8230; Dabei sein ist wirklich alles.</p>
</div>
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		<title>Die Kunst der Behauptung: &#8220;Über Arroganz, Arschlöcher und mich&#8221; von Johannes Finke</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Nov 2013 21:02:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[johannes]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Edo Reents]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Fleischhauer]]></category>
		<category><![CDATA[Martenstein]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmar Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>

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		<description><![CDATA[Kennst Du das? Die Scham ist zuweilen grenzenlos. Die Frage ist doch wirklich, wie unwillig man sein muss, wie ignorant und fehlgeleitet, wenn man sich damit ab- und zufriedengibt, das eigene Ego als Nukleus einer Meinungsführerschaft etablieren und trotzdem den weltoffenen Dandydaddy oder die bewußte Frauenrechtlerin spielen zu wollen. Oder beides. Diversität, Yeah! Alles ist [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Kennst Du das? Die Scham ist zuweilen grenzenlos. Die Frage ist doch wirklich, wie unwillig man sein muss, wie ignorant und fehlgeleitet, wenn man sich damit ab- und zufriedengibt, das eigene Ego als Nukleus einer Meinungsführerschaft etablieren und trotzdem den weltoffenen Dandydaddy oder die bewußte Frauenrechtlerin spielen zu wollen. Oder beides. Diversität, Yeah! Alles ist möglich.</p>
<p><span id="more-1655"></span></p>
<p>Wir ficken wie selbstverständlich mit dem Feind, denn wer heute noch Contra gibt, kann morgen schon ein Förderer und Mentor sein, jemand der für Auskommen sorgt, das persönliche Begehren als Aufhänger einer politischen Haltung nicht opfert, sondern zielgerichtet einsetzt, um den ausschließlich eigenen Weg weiterzugehen. Gruppen bilden sich nur noch auf der Basis von Einzelinteressen. Deswegen gibt es keine Ernstzunehmenden mehr. Wenn zur Bundestagswahl Intellektuelle in einer großen Wochen- oder Tageszeitung <i>en gros</i> Wahlempfehlungen abgeben, dann wird das zu einer Farce des Nichts-Sagens; Augenblicke der Fremdscham, die einen überkommt, wenn Precht &amp; Co. zum Aushängeschild des untergehenden Abendlandes werden. Hier werden alle Facetten von Beliebigkeit abgedeckt. In den besten Momenten ist das vielleicht autoerotisch, doch weder steht das Auto als industrieller Heilsdauerbringer zur Disposition, noch schafft man es wirklich erotisch zu sein. Dafür gibt es Amateurpornographie in Landessprache mit einem Touch Menschenverachtung, gerade so viel, dass die eigene Geilheit überlistet werden kann. Oder Fashionblogs. Aber egal. Mit sexueller Unterdrückung und Körperwahn setzt man sich eben dann auseinander, wenn nicht gerade die neueste Staffel der amerikanischen Lieblingsserie verfügbar ist, in der die eigene Lebensrealität mit Perspektiven ange- und  unterfüttert wird, die jeglichen Tatsachen vertikaler Mobilität widersprechen. Lehrer, die Meth kochen und zu Dealern mutieren, junge Frauen, die der Berufsgruppe der &#8216;Pusher&#8217; zugerechnet werden und denen der Präsident verfallen ist, Schriftsteller, die auf sympathische Art und Weise ihr Talent verschleudern und alles vögeln was bei drei nicht auf den Bäumen ist, Rockerbanden mit Familiencharme und Anwälte, die mehr oder weniger moralisch handeln und alle erdenklichen Variationen davon, möglichst nicht deutsch produziert, damit es der eigenen Lebensrealität auch wirklich nicht zu nahe kommt und als idealisiertes Traumbild der eigenen Persönlichkeit wie ein Schmuckkästchen auf dem Nachttisch dekoriert werden kann. Denn die eigentliche Komfortzone wird dann doch nicht verlassen. Früher haben wir unter der Bettdecke mit der Taschenlampe heimlich weiter in den Fünf Freunden gelesen. Es hat sich eigentlich nichts verändert. Wir bleiben Lemminge. Die Coolness klauen wir aus Kochbüchern. Die Geschichten erzählen andere, die tatsächlich auch nur Geschichten erzählen und nicht die Welt verändern wollen. Verändern möchte man erst, wenn es weh tut und anscheinend ist das noch nicht der Fall. Der Schmerz der anderen ist dabei nur Grundlage für das eigene Haltungsportfolio.</p>
<p>Wir haben eine Art von Diskurs geschaffen, der unaufhaltsam die Möglichkeiten die Welt zu verändern minimiert und permanent die Legitimation des Anderen, des Gegenübers, mit der eigenen abzugleichen sucht und den dafür in Jahren mühseliger Arbeit zugelegten Parameterpanzer aufrollen lässt, um vermeintliche Tatsachen zu schaffen und sich nicht angreifbar zu machen. Denn das ist das Schlimmste, das Aushalten von Kritik, das Umgehen damit, das Verarbeiten von solcher und die sich daraus ergebende Chancen der Trivialisierung und Vernischung von existenziellen Problemen entgegenzuwirken. Nein, das ist nicht nur keine Art, das ist ist schlichtweg ein  pseudo-postmodern generierter Habitus für Menschen, die den eigenen Karriere- und Erfolgsanspruch mit Eitelkeit, Häme und nicht auf Verhandelbarkeit ausgelegten Mechanismen zu kanalisieren, zu kommunizieren und letztendlich zu verkommerzialisieren versuchen. Voll von Hass gegen sich selbst und gegen die anderen. Stets den Blick nach oben gewandt, nach vorne und da muss auch regelmäßig daran erinnert werden: &#8220;Wir sind nicht links, nicht rechts, wir sind vorne!&#8221; Genau, wir sind alle immer ganz vorne. Ein Heer der Speerspitzen im Sumpf der gegenseitigen Schuldzuweisung. Dass in dieser Gesellschaft nicht mehr Bomben hochgehen ist eines der größten Phänomene (und Probleme) unserer Zeit. Aber es ist nun mal eine Eigenschaft des eruptiven Kapitalismus, dass er sich die Götzen und Fetische des Widerstandes einverleibt, sie popkommerziell auswertet und wie eine Perle auf die Kette zieht, die man sich dann Abends anlegt, wenn die Ikonen der Wertschöpfung zum Gala-Dinner laden und spenden sammeln um einen Brunnen in Burundi zu bauen. Wie ein schwarzes Loch frisst diese Welt den Widerstand einfach auf und ikonisiert die Protagonisten zu nichtssagenden Vorbildhüllen. Dann noch ein bisschen Lob, Anerkennung und Vergütung und die Illusion des Menschen in der gelingenden Revolte ist perfekt.</p>
<p>Ich habe diesen Text angefangen zu schreiben, nachdem ich einen Beitrag von Edo Reents in der FAZ gelesen hatte. Dieser Beitrag, der sich mit Netzkultur, Unverständnis, Sigmar Gabriel, jungen selbstbewussten Frauen und natürlich in erster Linie mit der eigenen Weltsicht beschäftigt und eigentlich nur polemisch sein will des polemisch sein Willens, muss nicht verlinkt werden, denn er ist eine Farce der Selbstgerechtigkeit. Man fragt sich ernsthaft, wie solche Leute den Tag unbeschädigt überstehen, wenn sie sich nicht gerade zu Hause eingraben. Welchen Kampf haben sich Martenstein, Fleischhauer, Reents und auf gewisse Art und Weise auch Leute wie Augstein etc. eigentlich auf die Fahne geschrieben? Um was geht es eigentlich? Ist hier ernsthaft jemand daran interessiert die Welt zu einem Ort zu machen, der mit weniger Hass auskommt? Ich bezweifel das. Ich spreche das diesen Menschen ab. Ja, es ist nicht einfach, sich auf Themen einzulassen, die an Selbstverständnis und Prägung kratzen, aber man(n) muss sich schon auch mal in den Kontext von Zeit und Geschichte stellen und die einfachen Reflexionen annehmen, Meditationen zulassen und die Fehlerhaftigkeit des eigenen Denkens auch mal als intellektuelle Schwindsucht akzeptieren und progressiv damit umgehen. Ein dicker langer Schwanz macht noch keinen Sommer, Kinders! Falls noch nie jemand gesagt hat, dass Ihr Euch nicht mehr sicher fühlen könnt, dann mache ich das jetzt hiermit.</p>
<p>Auch ich sitze beim Frauenbarcamp in einer Session zu &#8220;Frauen in Serien&#8221; und werde Wochen später darauf hingewiesen, dass &#8216;einige Anwesende von meinen Wortbeiträgen irritiert waren und komisch fanden&#8217;. Das geht dann doch an die Nieren, wenn man das grundsätzliche Gefühl hat, sich gedanklich etwas angeschlossen zu haben, das in seinem Kern mehr als berechtigt ist. Und plötzlich kommen Zweifel auf. So schnell geht Selbststigmatisierung heutzutage. Der Schuss in den blauen Himmel. Natürlich sind die Protagonistinnen des jungen und wichtigen Feminismus, der sich im Kern von Alice Schwarzer darin unterscheidet, dass er Freiheit und Frau-Sein richtigerweise auf eine Stufe stellt und nicht an andere politische Ideale knüpft, in ihren Methoden zumeist nicht besser als etablierte Seilschaften. Sie bedienen sich ähnlicher Mechanismen von Verleumdung, Anmaßung und Ignoranz und in gewisser Weise müssen auch sie damit leben, dass, kommt es hart auf hart, das Einzelinteresse regelmäßig schwerer wiegt als die Solidarität. Die Diskussion um Yasmina Banaszczuks Parteiaustritt zeigt das wieder ganz deutlich. Wenn plötzlich jemand wie die geschätzte Julia Seeliger komplett die Contenance verliert und dem Hass, dem Neid und der eigenen Ohnmacht unterliegt oder eben Edo Reents glaubt, er müsse auch noch seine unqualifizierte Haltung zum Besten geben und sich mit jemanden wie Sigmar Gabriel, der, wenigstens das ist jetzt klar, keine Größe und Klasse besitzt, zu solidarisieren. Ja, etablierte Seilschaften kennen die Prinzipien von Solidarität. Doch es gibt einen Unterschied zu all den unwichtig polemisierenden Schreibern, Marktschreiern und politischen Trittbrettfahrern und Akteuren wie Fleischhauer, Reents, Augstein, Gabriel oder Martenstein: Ich kämpfe für das Gute. Und das ist nun mal leider die Konsequenz von Selbstbewusstsein, Selbstverständnis, Haltung und Anspruch: Die Behauptung! Sie allein bildet die Grundlage für Radikalität. Und nur Radikalität wird uns am Ende retten. Und natürlich Solidarität. Vielleicht Thema für eine Session auf dem nächsten Frauenbarcamp.</p>
<p>(Johannes Finke)</p>
<p>Dieser Text erschien zuerst bei <a title="Das Biest Berlin" href="http://www.dasbiestberlin.blogspot.com">Das Biest Berlin</a> unter dem Titel: &#8220;Über Arroganz, Arschlöcher und mich&#8221;<br />
<a title="Folge dem Autor auf Twitter" href="http://www.twitter.com/johannesfinke">Folge dem Autor auf Twitter</a></p>
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		<title>Politik der Gefühle. Gefühle der Politik. Politik für Gefühle. Der Streitraum der Berliner Schaubühne in der Spielzeit 13/14</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Oct 2013 00:32:09 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Carolin Emcke]]></category>
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		<description><![CDATA[Zum Auftakt der Streitraum-Saison 2013/14, die unter dem Motto &#8220;Politik der Gefühle&#8221; steht, hatte sich Carolin Emcke, die Kuratorin und zugleich Moderatorin der Reihe ist, am vergangenen Sonntag die israelische Autorin und Soziologin Eva Illouz eingeladen, die sich in ihren Büchern wie &#8220;Gefühle in Zeiten des Kapitalismus&#8221; und &#8220;Warum Liebe weh tut&#8221; damit beschäftigt, wie [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Auftakt der Streitraum-Saison 2013/14, die unter dem Motto &#8220;Politik der Gefühle&#8221; steht, hatte sich Carolin Emcke, die Kuratorin und zugleich Moderatorin der Reihe ist, am vergangenen Sonntag die israelische Autorin und Soziologin Eva Illouz eingeladen, die sich in ihren Büchern wie &#8220;Gefühle in Zeiten des Kapitalismus&#8221; und &#8220;Warum Liebe weh tut&#8221; damit beschäftigt, wie sich Emotionen, Gefühle und Liebe durch, mit und über Kommunikation, Konsum und Kapital verändern. In ihrer aktuellen Veröffentlichung &#8220;Die neue Liebesordnung. Frauen, Männer und „Shades of Grey“&#8221; arbeitet sie sich am erotischen Weltbestseller &#8220;50 Shades Of Grey&#8221; und dem heteronormativen Überbau ab. Das garantiert thematische Steilvorlagen für die Bühnensituation und die aufbereitenden Gespräche hinterher.</p>
<p><span id="more-1486"></span>Gleich zu Beginn klärt Carolin Emcke über den Etikettenschwindel auf: Im Streitraum wird nicht gestritten. Im Streitraum, zumindest in diesem der Berliner Schaubühne, wird einmal im Monat gemeinsam gedacht, werden Gedanken zusammengeführt und Komplexes versucht in Einfaches zu synchronisieren, um einem gut gelaunten Publikum auf Kirchgang-Ersatz einen Ausschnitt aktueller Diskursmuster als sonntägliche Konversationsstütze für Kaffee und Kuchen zu offerieren. Wir nehmen dankbar an. Die Bühne sei unsere Kanzel. Der Diskurs das Gebet. Hinterher gibt es Schnitzel und wir reden über BDSM.</p>
<p>In der Schaubühne spürt man die intellektuelle Wohlfühlzone und nimmt sie an einem Sonntagmittag gerne an. Das Zeigen, das Darüber Reden und letztendlich das Haben von Gefühlen ist in unserer Gesellschaftsverfassung ja fast schon wieder subversiv. Also machen wir weiter damit. Beziehungsweise: Hören wir zu. Lassen wir die Gedanken schweifen. Beleuchten wir die Gefühle des Politischen, die Politik der Gefühle, die gefühlte Politik und die Gefühle in der Politik. Warum nicht, wenn wir uns schon in der Wohlfühlzone befinden. Wir sollten diese Chancen ergreifen. Sie sind historisch selten. Das sich auf der Bühne entwickelnde und auf Englisch geführte Gespräch hat irgendwann seine Tonalität gefunden und mäandert, doch irgendwie fehlt der Mut dem Publikum mehr zuzumuten als es bereits weiß. Das alte Spiel. Hier findet es eine Fortsetzung. Ein Bruch mit Konventionen, das Auflösen der Prämisse nicht streiten zu wollen, hätten dem Gespräch vielleicht gut getan. In manchen Momenten hat man das Gefühl Emcke will mehr, dann wird sie fordernd und erklärend, doch wenn sie Gefahr läuft Precht zu werden, rettet sie ihr aufrichtiges Interesse am Thema und am Gegenüber. Doch was haben hier die subjektive Rezeption einer Live-Situation und persönliches Empfinden zu suchen, wenn es an einem Sonntagmittag nur darum gehen kann, sich ein bisschen mit Emotionen zu beschäftigen.</p>
<p>Irgendwann klingelt im Gespräch ein Handy. Frau Illouz greift in ihre Tasche. Es ist der Sohn. Sie drückt ihn weg oder lässt es ausklingeln. Muttergefühle sind heute kein Politikum. Dann ist das Gespräch beendet. Das Wochenende aufgewertet. Die Seele gestreichelt. Der intellektuelle Affe gefüttert. Nur satt ist er natürlich noch lange nicht. Aber die Streitraum-Saison hat ja auch gerade erst begonnen. </p>
<p><strong>Die nächsten Termine:</strong><br />
27.10.2013 um 12h, Gast: Aaron Ben-Ze’ev<br />
&#8220;Kritik der Emotionen – oder wie vernünftig sind eigentlich Gefühle?&#8221;</p>
<p>17.11.2013, 12h, Gast: Andreas Huckele<br />
&#8220;Macht, Sexualität und Gewalt&#8221;</br><br />
<strong>Links:</strong><br />
<a title="Homepage Carolin Emcke" href="http://www.carolin-emcke.de/de/topic/1.startseite.html">Homepage Carolin Emcke</a><br />
<a title="Eva Illouz bei Suhrkamp" href="http://www.suhrkamp.de/autoren/eva_illouz_2167.html">Eva Illouz bei Suhrkamp</a><br />
<a title="Streitraum 13/14" href="http://www.schaubuehne.de/de/seiten/streitraumaktuell.html">Streitraum 13/14</a><br />
<a title="Schaubühne auf Twitter" href="https://twitter.com/schaubuehne">Schaubühne auf Twitter</a></p>
<p>(JF)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>In Hellersdorf ist es zu hell</title>
		<link>http://www.blank-magazin.de/wp/2013/09/in-hellersdorf-ist-es-zu-hell/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Sep 2013 07:14:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[johannes]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hellersdorf]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Schramm]]></category>
		<category><![CDATA[Nazis]]></category>

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		<description><![CDATA[<img class="alignnone size-medium wp-image-1343" src="http://www.blank-magazin.de/wp/wp-content/uploads/2013/09/NMS_0673-550x309.jpg" alt="" width="550" height="309" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Julia Schramm war in Berlin Marzahn-Hellersdorf, wo derzeit eine unheilige Allianz von Anwohnenden und organisierten Nazis gegen eine Flüchtlingsunterkunft hetzt. Dies ist eine fiktionalisierte Aufarbeitung. Weitere Informationen findet ihr hier: <a href="http://infoportalhellersdorf.blogsport.de/">http://infoportalhellersdorf.blogsport.de/</a></em></p>
<img class="alignnone  wp-image-1343" src="http://www.blank-magazin.de/wp/wp-content/uploads/2013/09/NMS_0673-550x309.jpg" alt="" width="891" height="500" />
<p><span id="more-1339"></span>Am U-Bahnhof sammelt sie Flaschen. Sie ist alt, adrett gekleidet, eine von denen, die ihre Schuhe so lange putzt, bis die Löcher weg sind, die mit Taschenlampe und unauffällig an Mülleimern vorbei geht und erst reingreift, wenn vermeintlich keiner guckt. Sie blickt ins Leergut, in die Mülleimer, fokussiert auf die nächste Flasche, steckt sie sorgsam in die gebeutelte Plastiktüte. Ihr schütteres, weißes Haar legt sie sich bestimmt mit diesen blauen Plastikwicklern, die mit der Schnalle aus weichem Gummi. Wie meine Oma. Aus dem Discounter. Nur, dass es wohl noch keine Discounter gab, als sie ihre gekauft hat. Ihr Geruch erinnert mich an die Vorratskammer meiner Großeltern im Keller, als ich in sie stolpere. Es ist ihr peinlich. Sie will nicht auffallen. Vielleicht blickt sie mir deswegen nicht zurück in die Augen. Auch, damit ich ihren glasigen Blick nicht sehe.</p>
<p>Ich schleiche mich an der Flaschensammlerin vorbei, durchquere die Unterführung zum Busbahnhof. Ich war noch nie hier. Außer durch die Linse eines Privatsenders. Und da wirkt das alles viel unverdrossener. Die grellen Jogginganzüge, die gleißenden Plastikfingernägel, der kleine Bahnangestellte, der noch in der schlecht sitzenden Uniform in seine Plattenbauwohnung im 5. Stock und zu niedrigen Decken zurückkehrt. Vielleicht guckt er dann Fernsehen. Oder klickt sich Pornographie. Vielleicht geht er auch mal in ein Bordell. Vielleicht bin ich auch nur voller Vorurteile. Er schaut mich dennoch an wie die Flaschensammlerin ihre Flaschen.</p>
<p>Unsicher, wann der Schienenersatzverkehr mich weiterträgt, reihe ich mich ein in den schweigenden Pulk derer, die aus der Stadt rausfahren, um zu wohnen. Zwischen Alkoholfahnen, plakativ bedruckten Kleidungsstücken in tribaler Schrift, abgewetzten Tragetaschen und ein paar die aussehen wie Studierende. An der Bushaltestelle redet niemand. Wieso auch? Meine direkte Umgebung betrachtend, stecke ich mir unauffällig eine Zigarette an, starre in mein mobiles Endgerät und hoffe, dass die beiden breit bekreuzten Jungs, nicht zur gleichen Demonstration wie ich gehen. Gegen Rassismus. Die Jungs möchte ich ungern auf der anderen Seite sehen. Der Bus kommt. Ich steige auf der anderen Seite ein. Es ist mittlerweile fast dunkel, die Straßenlaternen bereits erleuchtet. Der Bus fährt. Und fährt. Endlos an den tristen Prachtbauten des Versuches eines sozialistischen Staates vorbei. Das Grau blendet, schimmert durch die bunten Übermalungen, die aufgemalten Sonnenblumen bröckeln von den dünnen Wänden. Einst war das hier zum Vorzeigen. Mit fließend Wasser und Strom. Und dem Glauben an eine bessere Zukunft.</p>
<p>Um mich herum sitzen die Bekannten von der Haltestelle. Weiße Menschen, deren Gesichter schrecklich düster wirken. Müde. Es ist Feierabendverkehr. Auch jetzt schweigen sie alle. Nur die zwei Betrunkenen mit den aufgequollenen Gesichtern und den riesigen Poren auf der geröteten Nase machen Geräusche in die dumpfe Menge des Ersatzbusses. Fahren wir im Kreis? Mein Magen hüpft. Um mich herum befinden sich Menschen, die zu 4% NPD gewählt haben bei der letzten Wahl. Menschen, die Flüchtlingskinder aus den KiTas werfen, die Sarrazin für einen Propheten halten und Plakate mit „Natürlich deutsch“ aufhängen, auf denen ein kleines blondes, blauäugiges Mädchen zu sehen ist. Und auch wenn ich weiß, dass es diese Menschen überall gibt, befinde ich mich zu weit außerhalb meines gewohnten Umfeldes, als dass ich nicht philosophieren wollte, dass das, was ich in diesem Bus sehe, die Verdichtung dessen ist, was ich zu bekämpfen fahre.</p>
<p>Der Bus hält. Ich muss aussteigen, meine Bezugsgruppe finden. Es ist fast totenstill, nur ein leichtes Wispern der Polizistinnen, die sich vor der neon beleuchteten Kneipe gegenüber positioniert haben, in der sich einige der Faschos befinden. Trinken und Randalieren. Mut aufnehmen, um die untergebrachten Geflüchteten und Unterstützenden vielleicht doch noch anzugreifen. Vielleicht guckt die Polizei ja zu. Mal wieder. Ich schreibe meiner Bezugsgruppe eine Nachricht voller Tippfehler. Mein mobiles Endgerät verrät mir, dass die Polizei wohl vorhin schonmal eingegriffen hat, als die Randale zu groß wurde. Und ein Hitlergruß gezeigt wurde. Bei Tageslicht. Mit entschlossenem Schritt durchlaufe ich die Unterführung zum abgetrennten Wohngebiet, mit einem kleinen Park, ungemähtem Rasen und frisch gestrichenen Sitzbänken. Vor mir stehen schwarz gekleidete Menschen und im Schimmern des Abends, kann ich die Polizei kaum von meiner Bezugsgruppe unterscheiden. Es ist immer noch sehr still, bedacht, gruselig. Nur ein wenig Musik mischt sich unter die Leute. Gute Musik.</p>
<p>„Kommst du mit hoch zur Schule?“ &#8211; endlich haben ich ein bekanntes Gesicht entdeckt. Ich nicke. Deswegen bin ich hier. Wir laufen durch den kleinen Park, vorbei an Antifas, an bulligen Leuten mit großen Hunden und an Polizei. Die Schule, in der die Geflüchteten untergebracht sind, ist hell erleuchtet, an den Laternen davor hängen Plakate, die „Gute Heimreise“ wünschen, auf dem Boden steht in Arabisch mit weißer Kreide geschrieben „Herzlich Willkommen“. Einige Geflüchtete sind bereits wieder geflohen, vor den Menschen, die sie nicht unterscheiden können, die ihnen Angst machen, auch wenn sie eigentlich zur Unterstützung da sind. Sie sind jetzt wieder in dem ersten Ankunftslager.</p>
<p>Auf der einen Seite der Straße stehen wir, schwarz gekleidet, bunt behaart, eindeutige Sprüche auf Plakaten und der Brust. Auf der anderen Seite der Straße stehen die Anwohnenden, die seit Wochen gegen die Unterbringung für die Geflüchteten hetzen. Seite an Seite mit den Faschos und all den Vorurteilen, all den falschen Annahmen, all der Grausamkeit, die Rassismus bedeutet. „In Rostock haben die sogar ihr eigenes Heim angezündet,“ steht am nächsten Tag in der Zeitung. Nancy. Sie haben leuchtende Kleidung und fleischige Glatzen. Sie strahlen in ihrem Hass, lachen. Sie sehen aus, wie die Leute im Bus. Und dazwischen die Polizei, die eine Grenze bildet zwischen uns und denen. Denen, die Photos von uns machen. Mit Blitz.</p>
<p>Die Polizei wartet darauf abziehen zu können, wir warten darauf, dass die Geflüchteten nicht angegriffen werden. Die Nazis warten auf den Führer und die Anwohnenden warten darauf wieder unter sich zu sein. Homogen. Weiß. Da erblicke ich die Flaschensammlerin. Sie steht auf der anderen Seite. Wie es meine Oma vielleicht auch getan hätte. Ihr Blick verrät die Abneigung für diejenigen, die es am meisten trifft, die ähnliche Erfahrungen wie meine Oma gemacht haben. Die fliehen mussten, vor der Bedrohung ihres Lebens. Glaubt sie an die deutsche Nation? Oder nur an den apart aussehenden Nazikader, der auch Nachwuchskraft bei der örtlichen Sparkasse sein könnte? Sie klammert sich an ihre Flaschen, als nähme sie ihr jemand umgehend weg, der glasige Blick fokussiert, die Augen zu Schlitzen formiert.</p>
<p>Meine Oma mochte Schwarze nicht. Sie sagte abschätzig das N-Wort, um sie zu benennen. Und Menschen, die sie Türken und Kroaten nannte, mochte sie auch nicht. Einmal fragte sie einen Taxifahrer, ob er denn auch wirklich hier Auto fahren dürfe. Sie verließ regelmäßig Läden, wenn diese von Menschen betrieben wurden, die sie nicht mochte, weil sie nicht so aussahen, wie sie sich Deutsche vorstellte. Wenn sie nicht Peter hießen. Oder Hans. Mein ganzes Leben erinnere ich mich an sie nur als Opfer. Krieg, Aderlass, Angst, Arbeit. So viel Arbeit. So wenig Anerkennung. Die Welt war nicht gut zu ihr gewesen. Außer Deutschland. Deutschland hatte sich immer bemüht gut zu ihr zu sein. Den Preis dafür musste schließlich nicht sie zahlen. Hatte sie nie gemusst. Oder gewusst. Sie starb zusammen mit Papst Johannes Paul II, auch wenn sie nicht gläubig war. Als erste. Dabei hatte ihr nie jemand geglaubt, wenn sie sagte, dass sie als erste sterbe.</p>
<p>Wenn sie über Menschen sprach, denen sie auf Grund biologischer oder semantischer Merkmale absprach deutsch sein zu können, vogelfrei zu sein, war sie immer ganz ruhig. Unterkühlt, mit einer leicht zischenden Aussprache. Als ich das erste Mal Bilder von meinem Opa in Uniform sah, fragte ich nach, ohne Antworten zu bekommen. Ich hörte nur von Hunger und Essensmarken, von Angst und Tod. Von Hans. Irgendwann wusste ich genug, um zu wissen, was er getan hatte mit der Binde am Oberarm. Irgendwann sprachen wir nicht mehr darüber. Sie wich mir aus. Sie war auch nicht politisch. Sie war nur ungehalten. Irgendwie. Wütend. Auf Menschen, denen sie vorwarf ihr Leben zu zerstören. Zerstört zu haben. Sie sprach selten über Deutschland.</p>
<p>Es wäre ihr wohl egal, dass ich ihr heute gegenüber stehe, sie anklage für Ideen und Urteile, die das systematische Vernichten von Menschen rechtfertigen. Massenhaft. Vielleicht würde sie &#8211; wie so viele &#8211; sagen, dass gewaltvoller Widerstand gegen diese Ideen und ihre Konsequenzen falsch ist. So wie sie es gelernt hat. Dass die Welt so geordnet ist, wie es richtig ist. Gewalt es zu ertragen gilt. Auch ohne Gott.</p>
<p>Weniger Raum, weniger Mittel, weniger Akzeptanz oder einfach rohe Gewalt, bei der die Polizei gähnend daneben steht. Immer und immer wieder. Einfach nur, weil ein Mensch nicht so ist, wie es die Mehrheit sein will. Wie die Mehrheit glaubt, dass es richtig ist. Wie die Mehrheit ist. Und um sicher zu gehen, wird jeder Verstoß gegen die institutionalisierte Diskriminierung sanktioniert. In letzter Konsequenz mit dem Tod.</p>
<p>Deswegen wird auf Demos der Polizei auch „Wo wart ihr in Rostock?“ zugerufen, wenn sie die Faschos besser schützen als uns. Wenn sie bis zum bitteren Ende garantieren, dass Hetze gegen Menschen betrieben werden darf, dass sich im „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) befindende Menschen morden dürfen. Dass den Opfern dieser Terrorist*innen erst die Schuld gegeben wird. Dass bis heute rechte Ideologien in Behörden gängig sind und Menschenleben zerstören. Menschen verachten. Das sind tägliche Angriffe, die in unserem direkten Umfeld sind. Einfach so. Weil es geht.</p>
<p>In Hellersdorf finden sich an diesem Abend viele, die denken wie ich. Die Angst haben, dass ohne sie die Polizei nicht da ist und die Faschos die Geflüchteten angreifen. Unter Applaus der Anwohnenden. Angreifen, weil sie nach Hellersdorf geflohen sind. Aus einem Land, in dem Krieg geführt wird. Mit Waffen, die auch aus Deutschland kommen.</p>
<p>Deutschland ist nicht das Opfer, Deutschland ist das Kind auf dem Schulhof, dass seine Mitschüler terrorisiert, um mehr Äpfel zu essen, als alle anderen. Einfach so. Weil es geht. Doch wie können wir uns wehren, die Angegriffenen und die Solidarischen, in einer Welt, die von Ideen und Bildern verseucht ist, die Menschengruppen jeden Tag auf ein neues demütigen, weil sie weiblich sind, Schwarz, homosexuell, fett oder krank? Oder weil sie sich jetzt Chelsea Manning nennen. Bilder, die eine neue Wahrheit kreieren, Nationalismus und Menschenhass befördern, die Mächtigen stärken, denen helfen, die sowieso schon über Kapital verfügen. Und das Wissen, dass eine weiße Männlichkeit immer noch am glaubwürdigsten ist.</p>
<p>Die Polizei tuschelt. Sie sprechen davon, dass sich hier bald alles auflöst, dass die Hippies mit den Pappschildern bald weg sind. Sie sehen genervt aus, verweisen die Versammlung des Platzes. Sie mögen es nicht, dass wir die Anwohnenden auf der anderen Seite beleidigen für ihre Hetze, ihre Menschenverachtung. Und die Hakenkreuze. Die Anwohnenden sind keine Versammlung, sagen sie, denn sie haben sich nicht zur gemeinsamen Zweckverfolgung zusammen gefunden. Sie sind nicht politisch. Sie sind besorgt. Muss das sein, höre ich sie sie fragen, können wir uns nicht alle vertragen? Ihr Linken seid doch genauso verblendet wie die Rechten! Die Polizei beschützt die Geflüchteten schon, die haben es hier gut, dank uns. Die haben doch alles. Kriegen doch alles. Am nächsten Tag steht in der Zeitung, dass der Einzug in die Flüchtlingsunterkunft von Linken und Rechten gleichsam gestört wurde.</p>
<p>An diesem Abend laufe ich nach Hause, verwirrt von dem Gefühl, vielleicht doch falsch gehandelt zu haben. Dann denke ich daran, dass verlangt wird, dass diese Menschenverachtung hingenommen werden, dass erst die Art der Verteidigung dagegen kritisiert wird, bevor die Haltung abgelehnt wird, dass dieses Hinnehmen, Relativieren zu Progromen führt. Wieder Rostock. Da werde ich wütend, bin hellauf erregt und summe Beleidigungen in meinem Kopf. Faschos. Alle samt. Trotzdem stelle ich anschließend meine leere Flasche neben den Mülleimer.</p>
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		<title>Fotobeweis Wartezimmer</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jun 2013 17:47:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[johannes]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal sind es die Kleinigkeiten, das Unerwartete. Im Transit zwischen Hoffnung und Schmerz, irgendwo in einem gutbürgerlichen Viertel in Berlin, wenn es gutbürgerlich noch gibt. Geht es doch vielmehr um die urbane Hoffnung, die Romantik und um die Zuneigung. Ein weiches Fell. Flausch. Verantwortung lernen und <em>bla bla bla</em>. An der Ampel ein Mädchen mit Geigenkoffer, die sofort tauschen würde. Doch das Geigespielen habe ich selbst schon eingetauscht. Da war ich dreizehn. Und getauscht habe ich die Geige gegen ein Schlagzeug. Richtig gemacht haben es meine Eltern.</p>
<p><span id="more-1218"></span> Man entscheidet sich ja in diesem Alter nicht unbedingt alleine. Doch nervende Nachbarn waren ihnen schon immer lieber als nervende Kinder. Und außerdem gab es ja noch einen Keller. Der wurde auch bitter nötig, als wir später anfingen so etwas wie Musik zu machen. Röhrenverstärker und so. Allein schon Punkrock wegen Unkenntnis, Arroganz und Dilettantismus. Was eine Zeit. An all das muss ich denken, während ich im Wartezimmer von Tierarzt Dingsbums (der bei mir übrigens einen durchaus kompetenten Eindruck hinterlassen hat) sitze und feststelle, wie fremd mir dieser Ort in seinem Wesen, ja, wie fremd er mir in seiner ganzen Existenz ist. Aber wer mag schon Wartezimmer. Wartehallen. Wer mag schon warten. Ich nicht. Und ich muss nicht. Mir bleiben zwei Minuten für die Fotos. Ich zahle 32 Euro und 50 Cent und frage noch, ob der Arzt sich sicher sei, dass das Kaninchen kein Valium brauch. Oder Tafil für die Angstzustände. Oder eine Pille, die einen Hund aus ihm macht.</p>
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<p>(Text &amp; Fotos: Johannes Finke)</p>
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