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HEISS – Drei Jungs geben ÜBERGAS

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Wenn man sich auf die Suche nach Attributen für ÜBERGAS, ihre Musik und den Geist, der diese Band und ihren Frontmann Krispin Kirchhoff beschreibt, darf man nicht in der sprachlichen Feinkostabteilung stöbern. Hier geht es nicht subtil oder gar filigran zu, hier herrscht die derbe Kelle, der nackte Wahnsinn und eine nicht immer leicht zu ertragende Rohheit. Und weil das so gewollt und gekonnt ist, regiert dieses Triumvirat der Ver- und Zerstörung auch auf dem vierten Album der Münsteraner: “Heiss” reiht sich ein in einen gewachsenen Katalog aus Wutklumpen und vitaler Härte.

Denn auch wenn “Heiss” nicht durchgängig die ganz hohe Schule der Rockunterhaltung ist, merkt man der Scheibe doch in jeder Sekunde an, dass alles genau so gemeint ist, wie es eingetrümmert wurde. Das hier ist ernst, das hier ist alles, was die Band geben kann und ohne Rücksicht auf Verluste durchgeknüppelt. Das macht Spaß und sorgt dafür, dass die vielen guten Momente – wie das fast programmatische “Auf die Fresse fertig los”, der Titelsong oder die Selbstermächtigung “Weil ich will und weil ich Bock hab” – die schwachen Phasen locker übertönen. Wer es hart braucht, bereit ist, über den einen oder anderen wenig eleganten Reim hinweg zu sehen, wird durch einen mächtigen Energieschub, aggregiert aus Punk, NDH und diesem ganz eigenen ÜBERGAS-Element, belohnt werden. Und wer eine völlig unpeinliche, dafür extrem charmante Ballade wie “C´est la vie” im Programm hat, hat sowieso Recht.

Die gute Nachricht: Wir haben zweimal “HEISS” für euch zur freien Verfügung. Wer Lust auf deutschsprachigen Powersuperduperhighenergierock hat, schickt uns bis zum 7.7. eine Mail mit dem Betreff “HEISS” an verlosung@blank-magazin.de!

Imagine Dragons – Sündigen kann man überall

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„Now I’m smiling from the stage” heißt eine Zeile der neuen Single Thunder von den Imagine Dragons, einer US-amerikanischen Band aus Las Vegas, Nevada. Wenn man sich die musikalische Erfolgsgeschichte der Indie-Rock-Band anschaut, versteht man recht schnell, was die Jungs damit sagen wollen. Die Band wurde 2008 gegründet und wurde 2012 durch die beiden Songs It’s Time und Radioactive, dem Trailer-Song zum Computerspiel Assassin’s Creed III, bekannt. Nach ihrer gleichnamigen EP Imagine Dragons im Jahr 2009 und einer zweiten EP mit dem Namen Hell and Silence wurde die Band von Interscope Records unter Vertrag genommen. Wenig später nahmen sie mit Alex Da Kid, einem britischen Musikproduzenten, ihre EP Continued Silence auf, die 2012 auf dem Markt erschien und es bis in die US-Charts schaffte. Alex Da Kid wurde unter anderem durch Produktionen für Künstler, wie Eminem, Rihanna oder auch Dr. Dre, bekannt. Mit ihrem Song Radioactive gelang Imagine Dragons schließlich der Durchbruch. Der Song landete in den internationalen Top 5 und schaffte es in Schweden sogar auf Platz 1. Im Herbst 2012 wurde schließlich ihr Debütalbum Night Visions veröffentlicht und schaffte es in vielen Ländern in die Top 10. Mit Demons und On Top of the World landete die Band zwei weitere Hits. Im Jahr 2013 ging der Erfolg weiter: Die Imagine Dragons gewannen den American Music Award in der Kategorie „beste Alternative-Künstler“ und ihre Single Radioactive wurde bei den Grammy Awards als „beste Rock-Performance“ ausgezeichnet.

2014 setzen Imagine Dragons noch einen drauf, als sie mit Battle Cry den Titel-Song zu Michael Bays Transformers: Ära des Untergangs veröffentlichten. Passend zur League of Legends World Championship, der Weltmeisterschaft in dem Spiel League of Legends, veröffentlichte die Band zusammen mit den Spieleentwicklern im gleichen Jahr den Song Warriors, der schließlich zum Titel-Song der Meisterschaft wurde. 2015 kam das neue Album Smoke + Mirrors auf den Markt. 2016 legte die Indie-Rock-Band einen weiteren Meilenstein: Zusammen mit den Superstars Lil Wayne, Wiz Khalifa, Logic, Try Dolla $ign und X Amassadors veröffentlichten sie den Song Sucker for Pain, der auf dem Soundtrack zum oskargekrönten Film Suicide Squad zu hören ist. Anfang 2017 feierte die Band den Erfolg des neuen Songs Believer, der im Super-Bowl-Werbespot zur neuen Nintendo Switch gespielt wurde.

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Ihre Musik ist nicht die einzige Verbindung, die die Imagine Dragons zur virtuellen Welt der Computer- und Videospiele haben. In einem Interview gibt Frontmann Dan Reynolds zu, den Großteil seiner Jugend selbst mit Computer- und Videospielen verbracht zu haben, u. a. mit dem virtuellen Fußballspiel FIFA. Immerhin stammen die Jungs aus Las Vegas, der Stadt der Sünden („Sin City“) und der „Hauptstadt der Unterhaltung“. Wenn man 24/7 von blinkenden Reklameschildern und lauten Spielautomaten umgeben ist, die auch noch Geld spucken, kann einem ein Tour-Stop in Scheessel (Deutschland) schon einmal wie eine Kaffeefahrt vorkommen. Um auf ihrer Tour trotzdem nicht die einzige Unterhaltungsquelle zu sein, greifen die Jungs hin und wieder auf ihre Spielekonsolen zurück oder flüchten sich alternativ in spannende Online-Welten, z. B. in die Welt der Online-Casinos. In so genannten Live-Dealer-Casinos können die Jungs mit Hilfe von HD-Kameras professionelle Dealer per Live-Stream auf den Computer oder auch auf das Smartphone übertragen. Auf diese Weise erleben die Musiker den Nervenkitzel der physischen Casino-Atmosphäre, ohne dafür auch nur ein Casino betreten zu müssen, und holen sich gleichzeitig ein Stück von ihrer Heimat in den Tour-Bus. Sündigen kann man nämlich überall – nicht nur in Vegas. Derzeit arbeitet die Band zusammen mit KIDinaKorner und Interscope Records an ihrem Album Evolve, das voraussichtlich am 23. Juni 2017 veröffentlicht werden soll. Mit den beiden Singles Believer und Thunder und der für Herbst 2017 angekündigten Evolve Tour promoten die Imagine Dragons das Album-Release schon seit Mai. Nach ihrem Konzert im Belasco Theater in Los Angeles sind weitere Konzerte in Kanada, Deutschland, Belgien, Ungarn, Italien, Portugal, der Schweiz, Finnland, Frankreich und sogar in Tschechien und Russland geplant. Es scheint so, als wollten die Jungs ihr musikalisches Talent und ihre Vorliebe für virtuelle Spielwelten mit der ganzen Welt teilen.

(Bildquelle: Pixabay)

(SIC!) – Der Missing Link des Oi!

Broilers - (SIC!)

Geologen, Archäologen, Evolutionsbiologen und andere suchen seit Anbeginn, was die glücklichen Broilers 2017 schon entdeckt haben: Den Missing Link, das fehlende Stück in der eigenen Entwicklung. Und was da freigelegt wurde, ist keine wissenschaftliche Sensation, sondern „nur“ der logische Schritt zurück nach vorn. Und der wird für gewaltige Begeisterung sorgen – in der Fachwelt und darüber hinaus.

Wer sich als Band über 20 Jahre von ganz klein nach ganz groß evolutioniert hat, ist natürlich niemandem Rechenschaft schuldig, wenn er irgendwann mal zwei Stufen auf einmal nimmt oder eine andere Abzweigung wählt, als die erwartete. Eher im Gegenteil: Wer immer das Erwartbare macht, ist Dienstleister und kein Künstler mehr. Und nichts wäre wohl weiter vom Selbstverständnis des Punk entfernt, als der zuverlässige Audio-Dienstleister zu sein. Und doch wirkt „(SIC!)“, das neue, sechste Studioalbum der BROILERS wie eine Korrektur des ultraerfolgreichen Vorgängers „Noir“ von 2014. Diese Platte war eine gefühlte Abschlussarbeit für die Pop-Meisterklasse, eine Prüfung, die man mit großen Hymnen, schönen Melodien und dem sicheren Gespür für eine kleine, elegant und nicht zu schmerzvoll verpackte Portion Wut meisterte. Das Album ging auf Nummer Eins, füllte die Hallen – aber spaltete die Anhängerschaft. Ein übliches Phänomen für Bands, die nicht aus dem Nichts in die Charts gehen. Da kann man nichts machen – außer das Beste draus. Auf „(SIC!)“ haben die BROILERS um Frontmann, Komponist und Texter Sammy Amara, nun die Wut in den Vordergrund gestellt, das süß-melancholische Moment ist fast vollkommen hinter gewaltigen Rocksongs verschwunden. Die erste Single „Bitteres Manifest“ gibt den Ton vor: Es gibt wenige gute Nachrichten zu verkünden, Euphorie wird nicht gewährt. Das auf so traurige Weise perfekt in diese Tage passende „Keine Hymnen heute“ ist nicht nur ein düsteres Stück Dystopia ohne Happy End, sondern schlicht der vielleicht beste Song, den die Band jemals veröffentlicht hat. Die restlichen zwölf Songs zeigen die Band, wie man sie kennt: Die Füße fest auf den Boden, die Hände ganz eng am Puls des Zeitgeistes und die Zähne an der braunschmutzigen Kehle einer rechtsruckelnden Gesellschaft. Musikalisch mal im Ska („Gangster, Gangster“, „Zu den Wurzeln“) beheimatet, mal als beeindruckend dicht komponierte Druckbetankung daherkommend („Bitteres Manifest“, „Nur ein Land“, „Glauben“) und zeitweise in ein zarteres Kleid gewandet („Und hier steh´ ich“, „Ihr da oben“): Die BROILERS sind haben mit „(SIC!)“ eine Werkschau abgeliefert, die zwei Dekaden Evolution erklärt – und dabei so logisch klingt, dass es fast schon kein Punk mehr ist. Das hier ist größer.

(SIC!)
Skull&Palms Recordings/ Warner
Erhältlich ab dem 03.02.2017

(Edwin Scarvino)

Deutschlands bester Bayer

Hans Söllner, der bayerische Rebell, ist vieles. Rasta, Kiffer, Liedermacher, Politikerschreck. Manches gewesen, manches immer noch – alles aber immer mit Überzeugung und zu 120%. Sein starkes Rückgrat und die flinke Zunge haben ihm manchen Ärger eingebracht. Söllner singt und spricht für die Legalisierung von Marihuana und gegen die Gängelung durch die Behörden. Die schlagen in schöner Regelmäßigkeit zurück und schicken dem Musiker Überfallkommandos zu seinen Konzerten und in sein Zuhause. Alles wegen weniger Gramm Marihuana und einiger T-Shirts. Inzwischen hat Söllner 250.000 Euro für diverse Vergehen an den Freistaat zahlen dürfen. Und auch, wenn dieser inzwischen ein wenig zur Ruhe gekommen zu sein scheint – Hans Söllner ist immer noch da und alles andere als versöhnlich gestimmt.

BLANK: Herr Söllner, wie kann es passieren, dass in Bayern offensichtlich so etwas wie eine „Lex Söllner“ existiert und die Öffentlichkeit nimmt davon so wenig Notiz?
Hans Söllner: Ich glaube, dass die Leute so abgelenkt sind, dass es sie gar nicht interessiert. Die interessieren sich doch heutzutage eher für Gigabytes und W-Lan und solche Sachen. Wenn die satt sind und eines Tages mal genug haben, dann interessiert es sie wieder. Und so lange kann ich es aushalten.
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Hans Söllner 2015

DER W: Zwischen Winter und Sommer

DER W - IV
Gute Nachrichten für alle DER W-Fans: Stephan Weidner scheint ganz bei sich selbst zu sein. Das heißt bei dem umtriebigen Musiker natürlich nicht, dass es darum geht, den Status Quo irgendwie und um jeden Preis zu konservieren. Im Gegenteil: Es geht weiterhin darum, sich neue Horizonte zu erschließen – nur dass der Boden zum Abstoßen trittfester und sicherer zu sein scheint. Ganz im Gegensatz zum Vorgänger “III”, dem man die weidnersche Aufbruchstimmung nicht so ganz abnimmt und den ein tiefer Riss durchzieht, ist “IV” eine Frohe Botschaft für alle Weidner-Jünger und solche, die es gerne wieder werden wollen.

WIRTZ – Einlegen, zurücklehnen, wiederbeleben

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Der Wirtz macht Ballett. Also nicht im Sinne von klassischem Tanz, sondern er war einfach fleissig. 2015 dürfte für ihn das Jahr der großen Schritte und neuen Verknüpfungen gewesen sein. Und es war das Jahr vieler Live- und TV-Auftritte. Daniel Wirtz gehörte in der diesjährigen Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ zur musikalischen Besetzung und konnte mit konträren Neuinterpretationen anderer Musiker überraschen und überzeugen. Vor allem erfuhr der Wahl-Frankfurter einen wahnsinnigen Boost an Popularität, womit er womöglich selbst nicht rechnete, zumindest nicht in diesem Ausmaß.

Sein mittlerweile fünftes Studioalbum „Auf die Plätze, fertig, los!“ erschien im Juni diesen Jahres und konnte sich erfolgreich in den deutschen Charts platzieren. Auch die Vorgängeralben wie „11 Zeugen“, „Erdling“, „Akustik Voodoo“ sowie „Unplugged“ erfuhren nochmals erhöhte Aufmerksamkeit, nachdem Wirtz im Tauschkonzert die Zuschauer vollends überzeugen konnte. Daniel Wirtz polarisierte nicht, er vereinnahmte nicht, er blieb mehr im Hintergrund ohne Selbstinszenierung – außer in den Momenten, als er die Bühne betrat, die Gitarre in die Hand nahm und zu singen begann. Wirtz begeistert seit jeher mit Vielseitigkeit und sympathischer Bescheidenheit und natürlich – wie soll es auch anders sein – mit solider Rockmusik und überzeugenden deutschen Texten.

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ESCHENBACH – Zurück in die Zukunft

Divide Et Impera

Es ist viel passiert in den letzten Jahren bei ESCHENBACH – und dafür ist verdammt wenig passiert. Klingt nach einem Widerspruch? Nein, im Gegenteil. Nach zwei Alben, die sich mittelhoch aber immerhin in den Charts platzieren konnten, einer kurzen aber bewegten Geschichte, kehrte plötzlich Stillstand ein im Lager des deutsch rockenden Fünfers. Das Label löste sich auf, die Band hat mehrmals ihr Gesicht verändert und während diese Turbulenzen andernorts zu dynamischer Aufbruchstimmung führt, blieb man bei ESCHENBACH doch lieber erstmal in der Deckung, bis sich der Staub verzogen hat. Jetzt legt man mit DIVIDE ET IMPERA endlich ein neues Lebenszeichen vor, das es aus mehreren Gründen in sich hat. Der Fünfling ist eine kleine Emanzipation von ihrem langjährigen Produzenten und Wegbegleiter Stephan Weidner (Böhse Onkelz, Der W), der der Band zwar immernoch freundschaftlich zur Seite aber eben nicht mehr hinter den Reglern steht. Die 5 Stücke sind so vom ersten Ton an in Eigenregie enstanden und das tut der Musik gut. Ein Prozess, der schon auf dem letzten Volle-Länge-Studioalbum “Alles in Allem” aus dem Jahr 2012 eingesetzt hat, setzt sich hier fort: Die Band findet sich, benötigt weniger Input von außen und hat ihre Lektion in den vergangenen Jahren unter den Fittichen des “großen Bruders” gut gelernt. Zeit, zu fliegen! Nur den Mix hat man in den Händen von Michael Mainx (Böhse Onkelz, Der W, D-A-D, Tankard u.a.) im studio23 gelassen. Eine gute Entscheidung, denn das selbstproduzierte Material klingt international und schön fett.

DIVIDE ET IMPERA ist außerdem das Verbindungsstück zwischen dem, das war und dem, das kommt. Limitiert erscheint die EP als Lebenszeichen zwischen dem lange zurück liegenden letzten Album und dem nächsten “richtigen” Werk auf dem eigenen Label “Tapereturn Recordz” als der “missing link”, der die Fans für ihre Ausdauer belohnen soll. 5 Songs zwischen Aufbruch und Rückbesinnung. Fans der ersten beiden Alben werden sich vor allem im hymnischen “Die mit dem Nebel ziehen” und im vertrackt rockigen Stampfer “Obsessionen” wieder finden. Die anderen Stücke lenken dann eher den Blick in die Ferne. Und was da zu sehen ist, macht viel Lust auf mehr. Oder gleich eine ganze Zeitreise. Der “Zurück in die Zukunft”-Tag findet bei ESCHENBACH mit zwei Wochen Verspätung statt – aber dann mit aller Vehemenz.

DIVIDE ET IMPERA ist ab dem 6.11. ausschließlich über den Webshop der Band erhältlich und bereits für 8,49 Euro signiert und versandkostenfrei vorbestellbar.

“Bob Dylan hat´s kaputt gemacht”

Nils Koppruch fehlt. Uns allen. Wir haben wenige Monate vor seinem überraschenden und viel zu frühen Tod eines der letzten Interviews mit ihm – und Gisbert zu Knyphausen – über ihre neue gemeinsame Idee KID KOPPHAUSEN geführt. Ein Gespräch voller Aufbruchstimmung und Plänen, das das pure Leben versprüht hat. Nils, wir vermissen dich.

“Bob Dylan hat´s kaputt gemacht” – Über Macht und Anspruch von Popmusik, Kid Kopphausen und viel mehr.

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Wunderbar oberflächlich

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Wer heutzutage über Fußball schreiben und dabei irgendetwas Neues erzählen will, muss schon verdammt tief graben, um irgendeinen noch nicht schon tausendmal verwursteten “Funny Fact” aus den bestens vermessenen Tiefen der Fußballtrivia ans Tageslicht zu schaufeln. Kaum ein Sujet wurde zwischen Feuilleton und Stammtisch dermaßen ausgiebig durch den Fleischwolf gedreht und auf Links gezogen, wie der Deutschen wichtigste Nebensache der Welt. Alex Raack, Autor und “11 Freunde”-Redakteur, hat den Spaten in der Ecke stehen lassen und stattdessen lieber zu Recherchezwecken gleich die guten 15er Alu aufgezogen – und für “Den muss er machen: Phrasen, Posen, Plattitüden” einfach alles zusammen gegrätscht, was auf gar keinen Fall tiefer geht, als die Grasnabe selbst. Was in Zeiten der durchchoreografierten Tiefenanalyse undenkbar scheint, wird hier bewiesen: Die völlig oberflächliche Auseinandersetzung mit dem Sport macht doch noch den größten Spaß, denn was nach 20 Jahren Kreisliga zum Allgemeinplatz taugt, bereichert auch im 53. Bundesligajahr noch jede Diskussion zum Thema. Will sagen: Eine sicher und selbstbewusst platzierte Phrase, eine kompetent vorgetragene Typologie der wichtigsten Stützen im Team, wischt noch immer jede streberhaft dahinanalysierte Zweikampf- oder Sprintstatistik vom Taktiktisch. In 21 Kapiteln erinnert Raack an Pferdelungen und Routiniers, an legendäre Wetterlagen und leider inzwischen ausgestorbene Gesänge. Man erinnert sich an alles, ist aber meistens doch zu peinlich berührt, um die gröbsten Ausfälle zwischen “Schiri, wir wissen wo dein Auto stand”, schrägen Metaphern und schon hundertfach widerlegten immergültigen Klischees in der “guten, alten Zeit” zu verorten. Und doch: Das Runde wird auch in 30 Jahren noch im Eckigen landen, ein kompromissloser Befreiungsschlag wird von den Liebhabern des ehrlichen Sports enthusiastischer goutiert werden, als der langweilig zielführende kontrollierte Spielaufbau – und der Fußballfan, der über sich selbst lachen kann, wird sich auch nach der 45. Meisterschaft des ewigen Rekordmeisters ob dieser überlebenswichtigen Fibel auf die wund gegrätschten Schenkel klopfen.

Alex Raack: “Den muss er machen: Phrasen, Posen, Plattitüden – die wunderbare Welt der Fußball-Klischees” (Edel Books)
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten

Herbst- und Wintertrends für den Mann

Die kühle Jahreszeit kommt nach einem sehr heißen Sommer mit riesen Schritten auf uns zu und nicht nur Frau will sich im Herbst und Winter modisch kleiden. Die gute Nachricht für Männer: vieles der diesjährigen Trends findet sich wahrscheinlich schon im Schrank! Ergänzt mit neuen Teilen der aktuellen Kollektionen liegen Männer damit absolut im Trend in diesem Jahr.

Black is Beautiful

Waren bunte Farben und Pink für viele Männer ein Graus, können sie in diesem Herbst und Winter wieder alles aus dem Schrank holen, was dunkel ist. Besonders dunkles bzw. schwarzes Leder liegt in diesem Jahr im Trend. Dunkel wirkt geheimnisvoll und verrucht – auch bei Männern. Leder wird in Form von schlichten Jacken getragen, wobei diese möglichst eng am Körper anliegen sollten – Winterspeck ist dann absolut tabu. Accessoires wie schwarze Sonnenbrillen und schwarze Lederschuhe komplettieren den Look und können perfekt mit einem weiteren Trend des Winters kombiniert werden – dem Denim-Look.

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Männertrends im Herbst
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